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Lang, lang ist's her...

... dass ich diesen Text handschriftlich geschrieben hab.
Nun hat ein Freund ihn für mich abgetippt (nochmals vielen lieben Dank!) und jetzt veröffentliche ich ihn auch hier:

In welcher Welt lebt der Mensch heutzutage eigentlich?

Wenn wir uns dies fragen, so ergibt sich schon eine neue Frage und zwar: Was verstehen wir unter dem Begriff Welt, gibt es eine allseits gültige Definition oder bleibt dies so für sich stehen? Zuerst ist anzumerken, dass die Gesellschaft den Begriff „Welt“ als solches versteht, dass es die Gesamtheit aller Pflanzen (Gewächse trifft es wohl eher), aller Tiere sowie Menschen sind, die diese bewohnen. Lassen wir dies vorerst als eine Behauptung stehen, als Definition. Wenn wir uns Gedanken machen über die Welt, so sind dies Gedanken, die über ein Gesamtes gemacht werden. Gesamtes daher, da wir die Welt über alles Lebende definiert haben, also Pflanzen, Tiere und Menschen.
Nun stellt sich uns die Frage, wie wir dies wahrnehmen. Um dies erläutern zu können müssen wir weiter zurückgehen und zwar soweit, dass dort ein Mensch (es wird wohl der erste gewesen sein) sich ein Bild über die Welt gemacht hat. Nach und nach entstanden durch immer mehr Menschen immer mehr Bilder. Irgendwann kam es dann dazu, dass die Vorstellungen, bzw. die Bilder Namen erhielten. Diese wurden dann von Generation zu Generation weitergetragen und angenommen. In einigen Generationen wurden wohl auch mal Worte mancher Kritiker laut, die manche Begrifflichkeiten anders nennen wollten, aber alles in allem gaben die Menschen den Dingen Worte. Diese Tatsache ist nicht verwerflich. Was jedoch ist denn dann verwerflich? Am Anfang wurden den Bildern/den Vorstellungen nur Namen gegeben. Dies war nötig, um eine Verständigung zu erreichen. Dies ist auch noch nicht verwerflich. Und wieder stellt sich die Frage "Was ist denn nun verwerflich?"
Unter manchen Generationen gab es Menschen, die sich mit bloßen Begriffen nicht abfinden wollten, die für eine aufeinanderfolgende Bilderreihe - also bestimmte Vorgänge - Erklärungen suchten.
Und so befassten sich bald einige Menschen näher mit Vorgängen und nach und nach stand eine neue Begrifflichkeit. Die Wissenschaft. Nun fragen wir uns, ob diese Wissenschaft denn nun verwerflich sei. Doch diese Frage mit einem bloßen "Ja" zu beantworten wäre ohnehin zu einfach. Denn, um die Verwerflichkeit an der Wissenschaft erklären zu können, dürfen wir diese Frage nicht einfach nur mit "Ja" beantworten. Lassen wir diese Behauptung wieder im Raum stehen und versuchen wir den Sinn der Wissenschaft zu erläutern. Was macht die Wissenschaft? Die Wissenschaft forscht. Nun kommt erneut eine Frage auf: Was bedeutet "forschen"? Forschen beschreibt den Vorgang von Suchen und Finden. Wobei "Finden" wohl nicht ganz dem Wort unterliegt, sondern eher dem, was die Wissenschaft heutzutage macht. Sie sucht z.B. nach regelmäßigen Vorgängen und hat somit auch gefunden:
Und zwar eine Regelmäßigkeit, die sie nun mit erstellten Formeln belegen kann. Ebenso wurden sehr viele Vorgänge mit Formeln und mit Erklärungen, die sie (die Wissenschaft) herausgefunden hat, belegt. Ebenso wurden auch Bilder/Vorstellungen in unserem Kopf belegt. Wie sie zustande kommen, was uns unser Gehirn vorspielt, wenn wir etwas anschauen und das das Erblickte/Betrachtete in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Ein Betrug unseres Gehirns sozusagen. Nun ist es doch so, dass wir eben doch, wenn wir uns vor einen Baum stellen sehr wohl einen Baum sehen. Kommt nun aber ein Wissenschaftler und erklärt uns alle wissenschaftlich bewiesenen Vorgänge, so gibt es in unserer Zeit keinen Zweifel, dass die Aussage des Wissenschaftlers aufgrund Jahrhunderte langer Forschungen wohl hieb und stichfest sein muss. Würden wir uns jedoch all dies Vorrausgegangene vor Augen halten, so kommt wiederum eine Frage auf und zwar diese, woher die Menschen - speziell die Wissenschaftler - denn all dies wirklich wissen können?
Im Grunde genommen könnten wir genauso gut behaupten, die Wissenschaft liege falsch, da sie sich selbst lediglich in ihren Aussagen festgelegt hat. Und erneut kommt eine Frage auf:
Wollen wir uns denn auch so festlegen? Sind wir dazu genötigt dies zu tun? Ein denkender Mensch wird die erste Frage wohl mit "Nein" beantworten, die 2. Frage ist jedoch nicht so einfach zu beantworten, da wir Folgendes beachten müssen: Die Wissenschaft expandiert weltweit, sie ist im Laufe der Jahrhunderte stetig gewachsen und manch einer würde sagen, dass es ohne sie gar nicht mehr ginge.
Und erneut: Was ginge denn nicht mehr ohne sie?
Freies Vorstellen ohne Festlegung? Würde es sie nicht geben, so würden wir gewiss immernoch im Dunkeln tappen. So wären wir hilflos dem Mythos ausgeliefert. Doch gerade das, was sich uns entzieht, macht sich uns interessant. Jedoch gibt es heute wohl kaum noch Unerklärbares, kaum etwas, was nicht belegt oder bewiesen wäre. So gibt es kaum etwas, was sich uns entzieht, kaum etwas, was sich uns noch interessant machen könnte. Und das ist das Verwerfliche an der Wissenschaft. In dem sie uns vorgibt zu denken, hat sie schon alles durchdacht und es gibt nun keinen Anlass mehr für uns sich des Denkens über so manche Sache zu betätigen. Wir nehmen an, was uns die Wissenschaft vorgibt zu sein - eine denkende. Doch somit nehmen wir nun das vorgedachte Denken an, dass nur noch "erlernt" werden muss, aber nicht mehr gedacht.
Und ebenso ist es mit unserer Vorstellung. Das meiste davon ist vorgedachtes Denken, aber kein eigenständiges. Also lassen wir uns nicht täuschen, von dem, was schon gedacht wurde, sondern lasst uns selbst denken und uns mit dem Auseinandersetzen, was uns zu denken gibt, anstatt nimmersatt nach einer schlichten Antwort auf eine Frage zu suchen, die wir noch nicht beantwortet haben. Denn so verlieren wir uns im Nicht-Denken [und in einer unserer vorgegebenen Vorstellungen, die unser eigenes Denken (Nachdenken) vielleicht ganz anders hinterfragen würde, bzw. "sehen" würde.]
22.10.06 18:05
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ts (29.11.06 19:48)
Das ist Platons Höhlengleichnis. Es gibt aber noch die Variante von Volker Braun, die passt exakt zu diesem Test.

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