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Ideal

"Toleranz

= Ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal."

Friedrich Nietzsche

Den Ausdruck "Ideal" scheint Nietzsche hier im Sinne von "perfekt durchdachtem Dasein" zu benutzen, wofür es in der Übersetzung auch steht: Ideal
Doch bin ich der Meinung, dass ideale Moral oder ein ideales Dasein zeitlich begrenzte Werte sind, die sich je nach Erweiterung des eigenen Horizonts, ebenso verändern.
In meinen Augen ist das eigene Ideal also der gegenwärtige Zustand des Geistes. Wäre dieser so ideal, dass man nichts mehr hinzu zu lernen hätte, dann wäre das Leben wohl nicht mehr lebenswert.
Den Ausdruck "Misstrauen" empfinde ich persönlich als etwas "missglückt", da Toleranz in meinen Augen nur für eine Art "Offenhalten" steht, da man weiß, bzw. hofft, dass man noch nicht am Ende seiner Weisheit ist.
Zum Beispiel misstraue ich mir nicht oder meinen Ansichten. Ich bin mir nur dessen bewusst, dass es dort immernoch mehr als das meinige geben kann und ich halte mich deswegen offen für die Dinge. Aber deswegen verrate ich mich ja nicht selbst an mir oder misstraue mir. Misstrauen steht für mich eher in einer "negativen" Verbindung, als in einer "positiven".

Wie ist das bei euch? Denkt ihr anders darüber?!
8.12.06 00:37
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Heihachi / Website (8.12.06 16:50)
Ich finde es seltsam, dass Nietzsche davon ausgeht, dass man sein Dasein perfekt durchdenkt, es idealisiert. Klar, es gibt solche Menschen, aber er verallgemeinert doch arg.

"Zum Beispiel misstraue ich mir nicht oder meinen Ansichten. Ich bin mir nur dessen bewusst, dass es dort immernoch mehr als das meinige geben kann und ich halte mich deswegen offen für die Dinge." Genau deswegen meint Nietzsche es sei Misstrauen, genau das hast du in den 2 Sätzen formuliert. Man hält sich "offen" für die Dinge dieser Welt ist es aber nicht wirklich, weil man misstrauisch ist und es vllt gefährlich sein könnte. Eigentlich hieße dass im Umkehrschluss, dass die Grenze von Intoleranz und Toleranz total verwaschen wäre und keine klar getrennte Linie ist. Ach Nietzsche ist schon ein Fuchs.


Jaspernine / Website (13.12.06 22:00)
"Nietzsche ist schon ein Fuchs." :-) Zumindest hat er es geschafft, dass er heutzutage noch Menschen wie dich und mich zum Nachdenken bewegt...
"Man hält sich für 'offen' für die Dinge dieser Welt ist es aber nicht wirklich, weil man misstrauisch ist und es vllt gefährlich sein könnte."
Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht darum tolerant zu sein, weil einem etwas Schreckliches passieren könnte. Dann ist man nicht tolerant, sondern ängstlich - genau das, was du beschreibst.
Ich habe keine Angst, dass mein eigenes Ideal nicht der Maßstab der Dinge ist - ich weiß, das mein Ideal nicht der Maßstab der Dinge ist. Aber ich gehe nicht davon aus, dass alle anderen Ideale schrecklich sind.
Nehmen wir mal ein positives Beispiel und gehen davon aus, dass jemand kommt, der noch eine bessere und klügere Ansicht hat, dann bastel ich doch mein eigenes Ideal um und füge seines hinzu, wenn ich erkannt habe, dass dieser Mensch an dieser Stelle weiter gedacht hat, als ich.
Oder siehst du das anders?
Jedoch muss ich nun meine Meinung revidieren, zumindest was das Misstrauen betrifft. Ich sagte ja, dass dies mit einer negativen Verbindung bei mir im Kopf sei. Aber aus dieser Sicht betrachtet ist es ja ein positives Misstrauen. Schließlich kann man ja nicht von sich selbst behaupten, dass man schon alles weiß und von daher so weise sei, dass das eigene Ideal perfekt wäre. Sich dementsprechend für anderes offen zu halten und tolerant zu sein, ist in meinen Augen also nicht negativ, sondern gewiss positiv - auch wenn es eine Art von Misstrauen ist.
Man merke sich also, dass Toleranz eine großzügige und vorrausschauende Geste ist, die zum einen im Sozialen einen Pluspunkt sowie bei der Schaffung eines eigenen Ideals einen weiteren Pluspunkt erhält.

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