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Reflektion und Stillstand sowie Verfall in vorurteilbehaftetes Verhalten

Man möchte ja immerzu über seinen eigenen Horizont blicken können. Also immer und immer dazulernen.
Dabei erlebt, erlebt und erlebt man und reflektiert, reflektiert und reflektiert.
Nach und nach macht man an und für sich immer mehr Abstriche und muss erkennen, dass man nicht in der Lage dazu sein wird, sich in jeder Situation die Zeit zu nehmen, um absolut bedacht zu handeln.
Umso mehr man dies realisiert, desto mehr handelt man wesentlich schneller sowie unbedachter. Hat sich dieses Verhalten erst einmal eingeschlichen, muss man tierisch aufpassen, dass man nicht dort stehen bleibt und möglicherweise in ein Klischee-Verhalten reinrutscht, über das man sich früher so intensiv Gedanken gemacht hat. Sehr wahrscheinlich hat man auch nicht sonderlich positiv darüber gedacht und kam zu dem Schluss, dass alle Menschen die Vorurteile hatten, in den jeweils eigenen Augen "beschränkt" waren. Ich meine, wie kann man denn solche Vorurteile einfach so hinnehmen?! Scheinbar unverständlich.
Umso entsetzender ist es, wenn man feststellt, dass sich eben diese Vorurteile, die man bei anderen nicht nachvollziehen konnte, sich nach und nach in einem selbst verfestigen und man immer häufiger feststellen muss, dass man gerade vorab geurteilt hat - sei es über Mensch oder Ding.
Das ist mal wirklich beschränkt.
Um dagegen anzugehen, sollte man sich auf jeden Fall Zeit für sich selbst nehmen. Die berühmten "fünf Minuten" für einen selbst eben. Und die können eben mal "fünf Minuten" sein oder eben auch mal "5 Stunden". Das spielt hierbei keine Rolle. Es kommt eben darauf an, wieviel man meint überdenken zu müssen...
Denn nur so verfällt man nicht allzu schnell in ein vorurteilbehaftetes Verhalten, dass sich nach und nach in einen einbrennt.
Oder was meint ihr?
1.12.06 03:23


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Vernunft

"Wenn einem Mensch Unrecht getan wird, so wird er - ist er selbst einmal in Nöten - ebenso Unrecht handeln."

Dies ist nur eine logische Schlussfolgerung, die uns aufzeigen soll, dass der Mensch mit Vernunft gegen das Tier in sich ankämpfen kann und die Kette des Schlechten durchbrechen zu vermag.

Es bedarf also dafür keiner übermenschlich großen Güte, sondern lediglich einem kleinen Stückchen Vernunft...
4.12.06 12:07


Überheblichkeit...

"Das absolute Wissen führt zum Pessimismus: die Kunst ist das Heilmittel dagegen." Friedrich Nietzsche

So manches Mal denke ich wirklich, dass Nietzsche mehr als einmal einen Höhenflug hatte...
Ich will nicht vorab urteilen noch verurteilen, aber diese Aussage involviert für mich eine gewisse Sicherheit darin, dass er das ultimative Wissen hatte.
Ich meine, wie kann er 1. sagen, dass das absolute Wissen zu Pessimismus führt, wenn er das noch nicht gehabt hätte, und 2. noch hinzufügen, Kunst sei das Heilmittel dagegen?!

Sind hier vielleicht noch ein paar weitere Querdenker?!
8.12.06 00:25


Ideal

"Toleranz

= Ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal."

Friedrich Nietzsche

Den Ausdruck "Ideal" scheint Nietzsche hier im Sinne von "perfekt durchdachtem Dasein" zu benutzen, wofür es in der Übersetzung auch steht: Ideal
Doch bin ich der Meinung, dass ideale Moral oder ein ideales Dasein zeitlich begrenzte Werte sind, die sich je nach Erweiterung des eigenen Horizonts, ebenso verändern.
In meinen Augen ist das eigene Ideal also der gegenwärtige Zustand des Geistes. Wäre dieser so ideal, dass man nichts mehr hinzu zu lernen hätte, dann wäre das Leben wohl nicht mehr lebenswert.
Den Ausdruck "Misstrauen" empfinde ich persönlich als etwas "missglückt", da Toleranz in meinen Augen nur für eine Art "Offenhalten" steht, da man weiß, bzw. hofft, dass man noch nicht am Ende seiner Weisheit ist.
Zum Beispiel misstraue ich mir nicht oder meinen Ansichten. Ich bin mir nur dessen bewusst, dass es dort immernoch mehr als das meinige geben kann und ich halte mich deswegen offen für die Dinge. Aber deswegen verrate ich mich ja nicht selbst an mir oder misstraue mir. Misstrauen steht für mich eher in einer "negativen" Verbindung, als in einer "positiven".

Wie ist das bei euch? Denkt ihr anders darüber?!
8.12.06 00:37


Wissen und was man daraus macht...

"Vielwisserei lehrt nicht Verstand haben." Herakleitos von Ephesos

Dies ist zwar eine altbekannte Aussage, aber dennoch beschäftigt sie mich immernoch.
So dachte ich bis vor kurzem wiedermal, ich hätte einiges an Wissen in der Schule verpasst, da ich entweder nicht geistig oder nicht körperlich anwesend war und das dies von Nachteil sein müsse. Natürlich hab' ich auch hin und wieder gelernt oder Stoff nachgeholt, aber alles, was ich im Unterricht hatte, weiß ich auch nicht mehr...
Dadurch kommt es, dass ich nun versuche nachzuholen und in Zukunft bei meinem Studium von Anfang an mit dem Lernen bei der Sache zu bleiben.

Nun, das führt uns aber nicht zum springenden Punkt.
Und dieser ist, dass dieser Spruch mich immer wieder sehr beruhigt, da ich trotz des ausschließlich notwendigen Lernens bisher immer ganz gut durchkam. Das heißt, an Verstand kann es mir wohl nicht unbedingt mangeln. Das ist jetzt nicht eingebildet oder arrogant zu verstehen, nur ist es einfach für mich selbst sehr beruhigend, wenn ich mir vor Augen halte, dass z.B. das Wissen über Erste Hilfe noch lange keinen Sanitäter macht, usw. Wenn man jedoch Erste Hilfe leisten kann, wenn jemand in Not ist, heißt das, das es nicht unbedingt schlimm ist, wenn man nicht alles gelernt hat, solange man in der Situation gescheit reagieren konnte.

Was meint ihr?!
21.12.06 00:17





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